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November 2009: IHK-Forschungspreise für hervorragende wissenschaftliche Leistungen vergeben

Dokument-Nummer: 13005

IHK-Forschungspreise für hervorragende wissenschaftliche Leistungen vergeben

Als Highlight zur Vollversammlung ehrte die Industrie- und Handelskammer Magdeburg mit jeweils einem Forschungspreis 2009, heute am 26. November 2009, die hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen, welche jeweils in der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg sowie in den Hochschulen Magdeburg-Stendal und Harz erbracht worden sind.

Seit dem Jahr 2002 schreibt die IHK Magdeburg jährlich diesen - mit jeweils 1.500 Euro dotierten - Forschungspreis für die drei wissenschaftlichen Einrichtungen im IHK-Bezirk Magdeburg aus. Mit dem Forschungspreis sollen wissenschaftliche und anwendungsorientierte Arbeiten ausgezeichnet werden, die einen Beitrag zur  Entwicklung der gewerblichen Wirtschaft leisten.

Die Preisverleihung fand durch Prof. Dr. Jens Strackeljahn, Prorektor für Studium und Lehre der Otto-von-Guericke Universität; Prof. Dr. Harald Goldau, Dekan für Forschung und Maschinenbau der Hochschschule Magdeburg-Stendal; Prof. Dr. Frieder Stolzenburg, Prorektor für Forschung und Wissenstransfer der Hochschule Harz und durch den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Magdeburg, Klaus Olbricht, statt.

Die Preisträger des Jahres 2009 sind:

Jun.-Prof. Dr.-Ing Mirko Peglow

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Institut für Verfahrenstechnik

Forschungsarbeit über das Thema „Ein analytisches Populationsbilanzmodell für die kontinuierliche Wirbelschichttrocknung“

Kurzbeschreibung der Forschungsarbeit:

Bei der Trocknung in kontinuierlich betriebenen Wirbelschichtapparaten weisen die behandelten Partikel aufgrund von unterschiedlichen Verweilzeiten im Apparat ungleiche Restfeuchten auf. Eine möglichst gleichmäßige Feuchte der getrockneten Produkte stellt jedoch ein wesentliches Qualitätsmerkmal dar, welches entscheidend für die Haltbarkeit, den Transport, den Gebrauch und die Nachbehandlung des Produktes ist. Um eine definierte Restfeuchte des Produktes sicher zu erreichen, werden in der Praxis eine Übertrocknung des Produktes, verbunden mit erhöhtem Energieverbrauch und Durchsatzeinschränkungen der Anlage in Kauf genommen. Um dies einzuschränken, ist es notwendig, die bei der kontinuierlichen Wirbelschichttrocknung auftretenden Feuchteverteilungen populationsdynamisch zu untersuchen.

Herr Prof. Dr Peglow stellt in seiner Studie ein vereinfachtes, analytisches Populationsbilanzmodell vor. Mit Hilfe des Modells können Zusammenhänge zwischen Prozessparametern, Materialeigenschaften und Feuchteverteilungen analysiert werden. Weiterhin erfolgten an einem kontinuierlich betriebenen Labortrockner Messungen zur Ermittlung der Feuchteverteilung im Produktstrom bei verschiedenen Trocknungsbedingungen. Diese Messungen wurden auf Ebene der Einzelpartikel mit Hilfe des Nuclear-Magnetic-Resonance-Verfahrens (NMR) durchgeführt. Durch die Anwendung des vorgeschlagenen Populationsbilanzmodells können die experimentell ermittelten Feuchteverteilungen auch theoretisch in Form von Gleichungen beschrieben und für die Optimierung des Trocknungsprozesses genutzt werden.

 

Steffen Münch, B.E.

Hochschule Magdeburg-Stendal

Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Industriedesign

Bachelorarbeit zum Thema „Prozessentwicklung und Serienqualifizierung der Verfahrenskombination Hartdrehen – Trockenschleifen mit CBM für Dichtringsitze“

Betreuer: Prof. Dr. Harald Goldau

Kurzbeschreibung der Forschungsarbeit

Ein genereller Trend in der mechanischen Fertigung ist die Trockenbearbeitung der Werkstücke. Hier ergeben sich grundsätzliche Vorteile, wie geringere Kosten für die Produktionsmittel sowie reduzierte Kosten in der mechanischen Bearbeitung. Die Belastung von Mensch und Umwelt werden deutlich herabgesetzt.

Beim Verzicht auf den Zerspanungshilfestoff im Produktionsprozess ergeben sich jedoch erhebliche Probleme. Folgende Nachteile sind zu verzeichnen:

  1. Die Qualität der Werkstücke wird nicht eingehalten (Maß-, Form- und Lagetoleranzen, Randzonenbeeinflussung, Oberflächenstrukturen)
  2. Der Prozess läuft instabil ab
  3. Zu großer Werkzeugverschleiß, die Produktionskosten steigen stark an
  4. Ungenügender Spänetransport

In seiner Arbeit untersucht Herr Münch die Verfahren Hartdrehen und Hochleistungsschleifen als kombiniertes Einbearbeitungsverfahren zur Herstellung von Gelenkgehäusen für PKW Seitenwellen, auf den Zerspanungshilfstoff soll im Produktionsprozess dabei grundsätzlich verzichtet werden.

Auf einer Prototypmaschine entwickelte Herr Münch eine grundlegende Technologie zur Trockenbearbeitung der Gelenkgehäuse. In weiterführenden Untersuchungen setzt er die entwickelte Technologie für den Serienprozess um.

Zwei anspruchsvolle Technologien, das Hartdrehen und das Hochleistungsschleifen mit CBM-Werkzeugen werden kombiniert, um die Trockenbearbeitung der Gehäuse zu realisieren. Die Maschinentechnik wird dazu modifiziert und angepasst. Herr Münch könnte dadurch aktiven Einfluss auf den Bau der Serienmaschine beim Maschinenhersteller nehmen. Aus dieser Technologie können Merkmale für zukünftige Maschinengenerationen abgeleitet werden. Der Abrichtprozess für die Hochleistungsschleifkörper wird umfangreich analysiert und das technologische Fenster für die Durchführung der prozesssicheren Fertigungsvariante bestimmt. Diese neuartige Technologie hat ein riesiges Potential auch für eine ähnliche Bearbeitung und kann für ein sehr breites Teilesortiment eingesetzt zu werden. 

 

Christopher Flach, B.E.

Hochschule Harz

Fachbereich Automatisierung und Informatik

Bachelorarbeit zum Thema „Effiziente Visualisierung dynamischer Objekte in webbasierten Umgebungen“

Betreuer: Prof. Dr. Bernhard Zimmermann

Kurzbeschreibung der Forschungsarbeit

Ein wichtiger Bestandteil der Betriebsleittechnik im ÖPNV ist die Darstellung der aktuellen Betriebslage, die durch die Gesamtheit aller Fahrzeuge des betreffenden Verkehrsunternehmens, insbesondere deren momentanen Standort und Informationen über die Pünktlichkeit gebildet wird. Onlinekartendienste werden heute weitgehend für die Darstellung von statischen Informationen genutzt. In seiner Bachelorarbeit implementiert und dokumentiert Herrn Flach eine effizienten, auf Onlinekartendiensten basierten Visualisierung von großen Fahrzeugflotten, also dynamischen Objekten. Die realisierte Lösung soll sowohl für den Einsatz im Webbrowser als auch im rechnergestützten Betriebsleitsystem (RBL) des Praxissemesterunternehmens einsetzbar sein. Die Bachelorarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der PSI Transportation GmbH in Berlin angefertigt.



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